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Entschieden: Bundestag erhält
Linux und Windows XP
(Meldung der vom 3.1.2002)
Auf rund 150 Servern des Bundestags soll ab 2003 die Microsoft-Software durch Linux
ersetzt werden. Eine entsprechende Empfehlung verabschiedete die Kommission des
Ältestenrates für Informations- und Kommunikationstechnik in Berlin mit den Stimmen von
SPD und Grünen. Beide Parteien bewerten dies als einen Einstieg für den weiteren Einsatz
von so genannten Open-Source-Produkten. Die etwa 5000 Rechner an den Arbeitsplätzen der
Abgeordneten sollen jedoch mit dem Microsoft-Betriebssystem "Windows XP" ausgestattet werden, teilte der
Kommissions-Vorsitzende Uwe Küster (SPD) mit.
"Die öffentlichen Verwaltungen benutzen bundesweit eine Million Rechner, da gibt
es noch viele Möglichkeiten, freie Software einzusetzen, besonders auf dem Desktop",
sagte Andreas Gebhard, Initiator des parteiübergreifenden Zusammenschlusses von
Parlamentariern, der Bundestux
Initiative.
Auch die FDP-Fraktion begrüßte grundsätzlich den Einsatz von Open-Source-Produkten,
warnte jedoch vor zu hohen Kosten. Sollte es bei dem Plan der Regierung bleiben, künftig
auch die Abgeordneten-Arbeitsplätze mit Linux auszustatten, kämen auf den Steuerzahler
Zusatzbelastungen in Millionenhöhe zu.
Die Kosten für die Umstellung nach der Empfehlung liegen laut Küster schätzungsweise
bei 9,5 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre. Der Bundestag musste eine Entscheidung
für ein neues Betriebssystem fällen, da Microsoft die Unterstützung für das bisherige
Betriebssystem "Windows NT" im kommenden Jahr einstellt.
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Software-Verband nimmt Stellung zu
Linux im Bundestag
(Meldung der c't vom 6.1.2002)
Der Verband der Softwareindustrie Deutschland e.V. (VSI) hat eine Reihe "nicht unerheblicher Argumente" gegen
Open Source in die Debatte um Linux im Bundestag
geworfen. In einem offenen
Brief an den Vorsitzenden des Linux-Verbandes
Daniel Riek bezieht der VSI-Vorsitzende Rudolf Gallist Position.
Dabei äußert Gallist Bedenken hinsichtlich Zukunftssicherheit oder Gewährleistung
und Support bei Open Source. Unter Verweis auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung der
"klassischen" deutschen Software-Industrie, deren Grundlage das "geistige
Eigentum" an den entwickelten Programmen sei, fragt er: "Ist es zulässig, einen
neuen Ansatz von Softwareentwicklung einseitig zu fördern und damit das gesamte
Geschäftsmodell der deutschen Softwareindustrie in Frage zu stellen?"
Ganz unvertraut sind diese Argumente natürlich nicht, denn immerhin war Gallist bis
vor zwei Jahren bei Microsoft Deutschland Geschäftsführer für den Bereich der
mittelständischen Unternehmen und Partnergeschäfte. Im Frühjahr 2000 verließ er den
Vorstand des Konzerns, um sich künftig um die Außendarstellung des Unternehmens zu
kümmern. Microsoft hatte Linux und Open Source im vergangenen Jahr mehrfach mit dem
Argument attackiert, dass Open Source geistiges
Eigentum zerstöre. Inzwischen ist der Redmonder Softwareriese zu verstärkten
Marketingmaßnahmen gegen das mittlerweile offen zum Gegner erklärte freie
Betriebssystem übergegangen.
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Ein kühner
Plan: Linux statt Windows - Bundestag prüft den Umstieg auf Freie Software -
Deutschlandweit fünf Milliarden Mark Sparpotenzial
(Meldung der Berliner
Morgenpost vom 7.10.2001)
Glaubenskriege gibt es nicht nur in der wirklichen Welt, sondern auch in der
virtuellen. Seit Jahren streiten Computer-Fans heftig über das «richtige»
Betriebssystem - auf der einen Seite die Anhänger von Microsoft Windows, auf der anderen
die Kämpfer für Freie Software und Linux. Nun könnte der Streit auch Deutschlands
höchstes Verfassungsorgan erreichen - den Deutschen Bundestag.
Derzeit wird ernsthaft geprüft, die mehr als 5000 PCs der Abgeordneten und
Verwaltungsangestellten von Windows auf Linux umzustellen. Ein kühner Plan. Denn wenn so
etwas erst Schule macht, steht letztlich das Microsoft-Monopol in allen deutschen
Behörden zur Disposition. Mit Linux, so schätzen Experten, könnte allein der Bund rund
250 Millionen Mark sparen, landesweit wären es etwa fünf Milliarden. Linux ist nämlich
kostenlos.
Beim Riesen aus Redmond indessen scheint das Thema trotz alledem noch nicht allzu
große Besorgnis auszulösen. Zwar hat Microsoft soeben einen millionenschweren Vertrag
mit der Frankfurter Hunzinger PR GmbH verlängert, doch da gebe es "konkret keinen
Zusammenhang" mit den Planungen in der Bundestagsverwaltung, sagt Moritz Hunzinger.
...
Ob PR allein wohl reicht? Auch bei den Entscheidungsträgern im Deutschen Bundestag
wurde ein Microsoft-Manager vor Monaten vorstellig. Den Eindruck, den er bei den
Parlamentariern hinterließ, war allerdings zwiespältig. "Der weiß offenbar nicht,
wie man mit Abgeordneten reden muss", erinnert sich ein Teilnehmer im Zorn. Was er
von Politikern solcher Art hält, hat etwa Kurt Sibold, Chef von Microsoft Deutschland,
jüngst dem Handelsblatt verraten: "Es geht zu weit, dass sich die Regierung offen
für Linux einsetzt."
Kurioserweise ist Microsoft nicht ganz unschuldig daran, dass ein Umstieg auf Linux
jetzt ernsthaft erwogen wird. Gegenwärtig laufen die Rechner im Bundestag nämlich noch
auf Windows-NT, das die Gates-Company in einem Jahr ausmustern will.
Sicherheitsmängel werden dann nicht mehr behoben, Treiber-Programme für neue Geräte
sind nicht mehr verfügbar. Ein Problem, dass im Übrigen neben Behörden fast alle
Privatunternehmen zwingt, ihre Software-Strategie zu überdenken.
Im Bundestag geschieht dies angeblich "mit großer Herzenskühle". Das sagt
jedenfalls Gerhard van der Giet, als Ministerialrat für die Computer-Technik zuständig
und außerdem Sekretär jener Kommission, in der die Entscheidung vorbereitet wird. Der
Beamte weiß, welche Tragweite das Thema hat und will deshalb ganz besonders sorgfältig
vorgehen. Eine "voll ausgeleuchtete Vorlage" aus der Verwaltung soll zur
Entscheidungsfindung dienen, denn diese Papiere würden später auch in anderen Behören
"heiß gehandelt", glaubt er.
So arbeitet gegenwärtig ein unabhängiges Institut an einer
"Machbarkeits-Studie", die neben technischen Aspekten auch den wirtschaftlichen
Betrieb prüft und mit den aktuellen Windows-Systemen vergleicht. Daneben hat ein Team
Test-Szenarien im Berliner Rechenzentrum des Bundestages installiert. Dabei müssen Linux
und Windows 2000 zeigen, dass sie die benötigten Fähigkeiten auch besitzen. Dazu gehört
die Datenverschlüsselung. Schließlich werden alle Dokumente der Abgeordneten in einer
Art virtuellem Hochsicherheitstrakt gelagert. Beim Umstieg auf Linux, so viel ist jetzt
schon sicher, müsste auch eine neue Verschlüsselungstechnik eingeführt werden.
Aber neben den ganz praktischen Fragen hat die Sache natürlich strategische Bedeutung.
Als 1999 ruchbar wurde, dass in allen Windows-Systemen ein Schlüssel für den
amerikanischen Geheimdienst steckt, horchten deutsche Parlamentarier erstmals auf - vor
allem bei der CDU. Microsoft dementierte zwar die Befürchtungen, die National Security
Agency (NSA) könne damit verschlüsselte Botschaften auf sämtlichen Windows-Rechnern
lesen. Doch Sinn und Zweck dieses NSA-Key sind nicht wirklich geklärt worden, und ein
"gewisses Unwohlsein" beschleicht bis heute Abgeordnete wie Uwe Küster.
"Was nützen die sehr hohen Sicherheitsstandards im Bundestag", sagt der
SPD-Mann aus Magdeburg, "wenn anderswo ganze Scheunentore offen stehen." Küster
ist Leiter der 11-köpfigen IuK-Kommission (Kommission des Ältestenrates für den Einsatz
neuer Informations- und Kommunikationstechniken und -medien), in der die Entscheidung
vorbereitet wird. Ihm und anderen Parlamentariern machen auch die zahlreichen
Virus-Attacken der letzten Jahre Sorge, denn in fast allen Fällen waren Hintertüren und
Sicherheitsmängel in Windows-Programmen das Einfallstor für die Bedrohung aus dem
Cyberspace.
Linux hingegen kann jeder Sachverständige leicht selbst auf Sicherheitsmängel
überprüfen: Der Bauplan liegt offen (Open Source), und darf sogar von jedermann an
eigene Bedürfnisse angepasst werden. Ein Grund dafür, warum das Bundesamt für
Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit längerer Zeit schon den Einsatz von
Linux und anderer Freier Software empfiehlt. Die EU prüft derzeit, ob
Open-Source-Software nicht den Austausch von Behördendaten in der Europäischen Union
verbessern kann; und Frankreich will demnächst zwei Ministerien auf Linux umrüsten.
Im praktischen Einsatz beweist das Betriebssystem im Bundestag bereits an einigen
Stellen sein Durchhaltevermögen: Seit Jahresbeginn werden täglich bis zu 60.000 E-Mails
über einen Linux-Rechner geleitet. Und in der SPD-Fraktion, die über ein eigenes
Rechnernetz verfügt, sind schon seit 1995 Linux-Server im Einsatz. Demnächst will man
bei den Sozialdemokraten überdies vom teueren Büro-Programm MS-Office auf Suns
kostenloses StarOffice umstellen - ein Produkt, das
mittlerweile ebenfalls als Freie Software vorliegt.
Nicht ganz so euphorisch gibt sich der CDU-Abgeordnete Eckart von Klaeden.
"Aspekte der Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit" müssten im Vordergrund
stehen, sagt das IuK-Mitglied, und nicht der Gedanke, Open-Source-Programme zu fördern.
Auch wenn eine Entscheidung für Linux Folgewirkungen habe, dürfe man nicht schon die
Entscheidung von diesen Folgewirkungen abhängig machen, mahnt er.
Andere in der Union outen sich dagegen als Fans der alternativen Programme. Schon im
letzten Jahr forderte der medienpolitische Sprecher der CSU, Martin Mayer, der Entwicklung
und Verbreitung von Open-Source-Systemen "höchste Priorität einzuräumen".
Und sein Parteikollege Josef Hollerith, ebenfalls IuK-Mitglied, bekennt, er sei ein
"ausgesprochener Anhänger von Linux". In Holleriths Wahlkreisbüro Altötting
hat der CSU-Abgeordnete längst umgerüstet und plädiert dafür, im Bundestag einen
Linux-Test mit etwa 20 Abgeordneten zu starten, wo das System unter Alltagsbedingungen
geprüft werden kann. Dazu allerdings wird es wohl nicht mehr kommen. Die Zeit drängt,
denn spätestens im Februar 2002 soll feststehen, ob das Linux-Maskottchen Tux, ein
sitzender Pinguin, von 2003 an in den Bundestag gewählt wird. Noch sind alle Beteiligten
der festen Überzeugung, dass daraus kein Glaubenskrieg wird. Man sei "sehr stark
konsensorientiert", sagt Küster. Schließlich solle die Entscheidung einige
Legislaturperioden überdauern.
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heise
online-Umfrage
Linux: Breiter Einsatz - geteilte Zufriedenheit
(Meldung der c't 14.8.2001)
Linux gehört für technisch versierte PC-User privat wie beruflich zum Alltag. Dabei
setzen die Anwender das freie Betriebssystem sowohl auf dem Server als auch auf dem
Desktop ein. Allerdings sind die Linuxer im Internet-Serverbereich zufriedener, so fasst
das Computermagazin c't die Ergebnisse einer heise online-Umfrage in der Ausgabe 17/2001
zusammen.
"Wie setzen Sie Linux ein?" Diese Frage stellte heise online Ende Juni eine
Woche lang seinen Lesern. 9.960 Personen beteiligten sich an der Umfrage, 9.213
Datensätze waren zur Auswertung verfügbar. Die Ergebnisse bestätigten viele Ahnungen,
widerlegten jedoch auch einige Vorurteile: So wird Linux längst nicht nur im
Serverbereich eingesetzt. Erfahrene Anwender betreiben Linux auf Server und Desktop,
Linux-Neulinge konzentrieren sich überwiegend auf den Desktop-Bereich.
- Beim Einsatz auf dem Server scheint das PC-Unix seine Stärken voll ausspielen zu
können: 96 Prozent zufriedene Anwender und nur minimale Probleme sprechen eine deutliche
Sprache.
- Anders hingegen im Desktop-Betrieb. Noch immer sind fehlende Anwendungen hier das
größte Problem. Bei den Befragten standen vor allem ein MS-Office-kompatibles Büropaket
sowie mehr Spiele ganz oben auf der Wunschliste. Viele Nutzer bemängelten zudem die
komplizierte Bedienung und Administration.
Fast alle Teilnehmer der Befragung (90 Prozent) setzen Linux privat ein, 70 Prozent
nutzen auch beruflich das freie Betriebssystem. Über 90 Prozent der Profis haben
mindestens zwei, ein gutes Viertel (27,5 Prozent) über zehn Linux-Systeme im Einsatz.
Hier bestätigt sich, dass Linux sich vor allem auf den Internet- und File/Print-Servern
einen festen Platz erobert hat. Wann hingegen der Durchschnitts-PC-User das
Pinguin-Betriebssystem für sich entdeckt, bleibt abzuwarten. "Noch zählen
Softwareentwicklung und Netzwerkverwaltung zu den Hauptanwendungen der Linuxer - im Job
und auch am heimischen PC. Und dies sind wahrlich nicht die typischen Anwendungen des
Ottonormalusers", so c't-Redakteur Dr. Oliver Diedrich.
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Linux übernimmt immer
größeren Anteil des Markts für Server-Software
(Meldung der USA Today vom 20.6.2001)
Laut Angaben von International Data
ist der Marktanteil von Linux in den vergangenen 2 Jahren schneller gewachsen als bei
jeder anderen Server-Software.
Nach verschiedenen Schätzungen soll Linux bereits zwischen 10 und 27 Prozent der gesamten
Server-Verkäufe aus. Linux reife schneller heran als jedes
andere jemals entwickelte Betriebssystem, soll bei IBM verlautet sein. IBM hat für 2001
über zwei Milliarden Mark in Linux investiert und zusammen mit INTEL, Hewlett-Packard und
Computer Associates in einem 48 Millionen Mark teuren Projekt Entwicklern von Linux
leistungsstärkere Hardware zur Verfügung gestellt, damit diese ihre neuen Systeme testen
können.
Linux macht ganz offensichtlich die Pläne von Microsoft zunichte, im Bereich der
Server-Software eine führende Rolle zu übernehmen. Der Software-Riese reagierte in den
vergangenen Wochen mit Angriffen auf das Open Source-Programm,
in dem er angeblich eine Bedrohung für die Rechte an geistigem Eigentum sieht.
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Erstes Betriebssystem für den
"Itanium"-Prozessor
(Meldung der computerchannel
vom 3.6.2001)
Zeitgleich mit dem Produktionsstart von Intels 64-Bit-Prozessor "Itanium" hat Suse Linux das erste hierfür
zugeschnittene Linux-Betriebssystem vorgestellt. "Suse Linux 7.2" für IA64
richte sich an Entwickler, die ihre Linux-Applikationen umgehend auf Intels
64-Bit-Plattform portieren wollen, teilte das Unternehmen in Nürnberg mit.
Neben dem Betriebssystem selbst umfasst das Paket auf sechs CD-ROMs mehr als 1.500
Applikationen für Linux. Damit lassen sich Intranet- und Internetlösungen ebenso
realisieren wie die Verbindung und der Schutz heterogener Netzwerke. Professionelle
Anwender erhalten Tools, um WWW-, Proxy-, Mail- und News-Server unter Linux aufzusetzen.
Durch die Unterstützung von bis zu vier Terabyte großen Dateien kann die Software auch
als Serversystem für komplexe Datenbankanwendungen genutzt werden.
Suse Linux 7.2 für IA64 umfasst neben einem vollständigen Suse Linux 7.2 Professional
für IA32 die Version für IA64. Das Programm ist vom 20. Juni 2001 an direkt vom
Hersteller zum Preis von 480 Mark erhältlich.
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Unternehmen planen die
Herstellung von Linux-Handhelds
(Meldung des Wall Street Journals vom 1. Mai 2001)
Verschiedene Elektronikhersteller wollen eigenen Angaben zufolge Handheld-Geräte herausbringen, die mit dem offenen
Linux-Betriebssystem betrieben werden. Zu den Unternehmen, die an der Entwicklung der
neuen Linux-Handhelds arbeiten, zählen Agenda Computing, Sharp
und die Olivetti-Tochtergesellschaft Royal
Consumer Business Products. Die Hersteller hoffen, dass die Verwendung von Linux ihnen
einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Palm verschafft, dessen Marktanteil bei den
Betriebssystemen für Handheld-Geräte 75 Prozent beträgt. Linux-Befürworten zufolge
biete die Software auf Handheld-Geräten dieselben Vorteile wie auf PCs: ein stabiles
System, mit dem verschiedene Programme gleichzeitig betrieben werden können. Andererseits
ist bei Linux-basierten Handheld-Geräten mit denselben Problemen zu rechnen wie bei
Linux-basierten PCs: Da die Linux-Entwickler nicht über einen Standard verfügen, sind
die meisten Geräte inkompatibel. Darüber hinaus gibt es bislang kein
Linux-Trägernetzwerk.
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Microsoft
fürchtet Linux
(Meldung von PC-Welt.de
vom 15. Januar 2001)
Sowohl Unix als auch Linux bedrohen die starke Marktposition von Windows, gab Steve
Ballmer, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Microsoft,
auf einer Internet-Konferenz des Marktanalysten Morgan Stanley Dean Witter zu. Vor allem
Linux bereite dem Konzern Kopfschmerzen, wie Planet IT berichtet.
Der erst kürzlich veröffentlichte Linux-Kernel 2.4 dürfte die Sorgen von Microsoft
noch verstärkt haben. Bietet dieser doch einen deutlich verbesserten Systemkern und kann
verstärkt mit Windows 2000 und Unix auf dem Markt konkurrieren. Vor allem im
Serverbereich dürfte Microsoft um seine Position fürchten. Hier genießt das Open Source-Betriebssystem einen entschieden besseren
Ruf, was die Stabilität anlangt.
"Ich denke man muss Konkurrenten, die einen im Kern bedrohen, ernster nehmen, als
diejenigen, von denen man etwas will", so Ballmer. "Das setzt das Linux- und das
Unix-Phänomen an die Spitze der Liste. Ich würde sogar das Linux-Phänomen an erster
Stelle nennen." Bislang hatte sich Microsoft geweigert, Linux öffentlich als
ernsthaften Konkurrenten zu bezeichnen.
Linux hat damit auch AOL den Rang abgelaufen:
America Online war noch im Sommer 2000 als Microsoft-Hauptkonkurrent bezeichnet worden. Oracle und Sun (siehe Solaris)
dagegen stufte Ballmer nur als Konkurrenz zweiten Grades ein.
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Linux auf dem Vormarsch bei IBM
(Meldung vom 14. Dezember 2000)
IBM-Chef Lou Gerstner will 2001 eine Milliarde Dollar in Produkte und Dienstleistungen
rund um das Betriebssystem Linux stecken. Weitere vier Milliarden Dollar sollen in den
kommenden drei Jahren unter anderem in den Ausbau des E-Business-Bereichs investiert
werden, sagte Gerstner Mitte Dezember in New York.
Bis 2004 plant "Big Blue" die Eröffnung von 50 Netzwerkzentren für die
Verwaltung elektronischer Handelsseiten im Internet: "Der Kampf für einen offenen
Standard ist es wert, ausgefochten zu werden." IBM werde in Zukunft zu einem großen
Teil auf Linux setzen. Rund 1.500 Programmentwickler arbeiteten daran, Konzern-Produkte
linuxfähig zu gestalten.
Die jetzt angekündigte Investitionssumme liegt wesentlich höher als die ursprünglich
im Juli 2000 geplante Ausgabe. Damals war IBM noch davon ausgegangen, innerhalb der
nächsten Jahre 200 Millionen Dollar auf das Open Source-Betriebssystem
zu setzen.
Auch Daniel Frye, Leiter des IBM
Linux Technology Centers, vertritt ganz konzernkonform die Meinung, dass Linux die
Welt der Softwareapplikationen revolutionieren werde - und zwar so wie das Internet die
Netzwerke revolutioniert hat. Beim dritten jährlichen Linux-Gipfeltreffen von IBM
"waren wir in der Lage, Menschen aus allen Bereichen - von den Mainframes bis zum Notebook -
zusammenzubringen, und sie reden alle über dasselbe Betriebssystem",
so Frye. "Dieses Phänomen ergreift alle bei IBM und ist anders als alles, was wir
bisher gemacht haben".
IBM will die Open Source-Plattform Linux mit der
Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit seiner Mainframe-Computer verbinden, wodurch ein
tieferes Eindringen von Linux in wichtige Applikationen ermöglicht werden soll. Am Albuquerque High Performance Computing
Center der University of New Mexiko führt IBM Experimente mit groß angelegten Clustering-Konfigurationen von Linux
durch. Das LosLobos-Superrechner-Projekt
besteht aus 256 IBM-Netfinity-Servern, auf denen Linux mit einer Verarbeitungsleistung von
375 Gigaflops läuft.
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Studie: Linux
bedroht Sun
Analysten warnen vor sinkenden Solaris-Verkäufen
(Meldung der ZDNet vom 7.9.2000)
Der Umsatz und Gewinn von Sun Microsystems sind bedroht durch das kostenlose
Betriebssystem Linux. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung mit dem Titel "Linux -
The Dark Side of Sun" der Giga
Information Group, Cambridge. Grund für die Bedrohung sei, dass sich Sun nicht in
ähnlicher Weise in die Open-Source-Gemeinde einbringe wie etwa die Server-Konkurrenten
IBM , Hewlett-Packard und Intel.
Während die Konkurrenz Linux-Server unterstütze, setze Sun nach wie vor auf das
hauseigenen Solaris-OS. Gerade im Midrange- und Low-End-Bereich müssten diese
Umsatzeinbussen durch die kostengünstigeren Linux-Maschinen hinnehmen.
"Ich glaube, dass sie ihr eigenes Low-End-Segment kanibalisieren und eine
Linux-Lösung anbieten müssen, wenn sie auch weiterhin im Markt bestehen wollen ",
erklärte der Giga-Analyst Stacey Quandt. Sun hat erst im vergangenen Monat ein
hervorragendes Quartalsergebnis veröffentlicht: Die Firma gab einen um 67 Prozent
gestiegenen Gewinn von 659 Millionen Dollar oder 39 Cents pro Aktie bekannt. Im
Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn 395 Millionen Dollar betragen. Der Umsatz stieg um 42
Prozent auf 5,02 Milliarden Dollar.
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Linux holt
auf
(Meldung der PC-Welt vom
27.7.2000)
Im Server-Bereich entwickelt sich Linux zu einer Bedrohung für Microsoft. Den
Marktforschern von IDC zufolge werden
immer mehr Server verkauft werden, auf denen das freie
Betriebssystem installiert ist.
1999 überholte Linux Novells Netware und
wurde die Nummer Zwei im Markt für Server-Betriebssysteme - nach Microsofts Windows NT.
Und in den kommenden vier Jahren sagen die Analysten dem kostenlosen System ein Wachstum
von weiteren 28 Prozent voraus - von 1,3 Millionen verkauften Systemen im letzten Jahr auf
4,7 Millionen im Jahr 2004.
Vor allem bei der Bewältigung von Internet-Aufgaben ist Linux gefragt. Die Gründe
hierfür sind vielfältig: Neben der geringen Anschaffungskosten ist das Betriebssystem
günstig im Unterhalt sowie einfach in der Bedienung. Die wichtigsten Einsatzgebiete von
Servern sind
- der Betrieb von Websites,
- E-Commerce-Transaktionen und
- hoch skalierbaren Datenbank-Anwendungen.
Die Nachfrage nach Servern ist in den letzten Jahren stetig gewachsen - vor allem wegen
der Zunahme an Online-Computing und vernetzten PCs. Laut IDC wird die Zahl der verkauften
Server-Betriebssysteme bis zum Jahr 2004 jährlich um 17 Prozent wachsen.
In Sachen Umsatz wird Linux jedoch nicht einmal annähernd an Windows heranreichen.
Hier wird der Zuwachs in dem genannten Zeitraum gerade mal bei einem Prozent liegen, so
die Marktforscher. Microsofts Geschäft werde allerdings in den kommenden Jahren auch
nicht mehr so lukrativ sein wie bisher, da viele der neu installierten
Server-Betriebssysteme lediglich Upgrades von NT 4.0 auf Windows 2000 seien.
Im Client-Bereich wird sich Linux dagegen nicht so stark durchsetzen wie im
Server-Markt. Hier ist Windows der unangefochtene Marktführer mit 87 Prozent Anteil an
allen verkauften Betriebssystemen. Die Analysten prognostizieren zwar auch hier einen
leichten Rückgang bis zum Jahr 2004 - allerdings nur auf etwa 85 Prozent Marktanteil.
"Die Client-Seite ist ziemlich langweilig", so IDC-Analyst Gillen. "Das ist
klar eine Microsoft-Domäne". Der Umsatz mit Windows sei im vergangenen Jahr 1,6
Milliarden Dollar gestiegen. Der gesamte Markt wuchs dagegen nur um 1,53 Milliarden
Dollar.
Von den 13 Prozent Nicht-Windows-Systemen im vergangenen Jahr waren etwa 5 Prozent Mac-basierte Rechner. Das sei zwar ein 26-prozentiger
Zuwachs gegenüber den 4,5 Prozent im Vorjahr - doch das Mac OS sei nach wie vor
"keine Bedrohung" für Microsoft.
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CeBIT -
Microsoft fühlt sich von Linux NICHT bedroht
(Meldung vom 3.2.2000)
Das Software-Unternehmen Microsoft sieht nach
eigenen Angaben in den zahlreichen Open-Linux-Angeboten für moderne Server-Software keine ernsthafte Konkurrenz für das
eigene Geschäft mit dem neuen Serverprogramm Windows 2000.
Nachdem Microsoft bereits seit Jahren mit dem Vorgänger Windows NT auf dem
internationalen wie auch auf dem deutschen Markt sehr erfolgreich gewesen sei, will
Microsoft jetzt nicht kleinmütig werden.
Insbesondere deutsche Mittelstandskunden, aber auch Behörden und andere Institutionen,
wüssten die Stabilität der Windows-Serversoftware zu schätzen. Am Markt für
Server-Software weltweit liege Microsoft bei 38 Prozent, in Deutschland sogar auf einer
Spitzenposition von 54 Prozent.
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Sun will Linux für seine
Hardwarereihen anbieten
(Meldung des Wall Street Journal vom 15.12.1999)
Sun Microsystems plant, eine Version
von Red Hat Linux anzubieten, die auf
seinen Workstations und Servern läuft. In der Vergangenheit hatte sich Sun auf
proprietäre Technologien konzentriert wie die Entwicklung von Hardware, die mit Suns
eigenen UltraSparc-Prozessoren und dem Solaris-Betriebssystem ausgestattet ist.
Allerdings, so Suns Herb Hinstorff, hatten einige Linux-User immer wieder
Nutzungsmöglichkeiten für die Fähigkeiten von UltraSparc-basierten Rechnern gefordert,
zum Beispiel hohe interne Datentransferraten und High-End-Grafik. Obwohl Sun Linux als
einen Rivalen für Microsofts Windows gefördert hat, ist das Unternehmen gleichzeitig
besorgt wegen der Konkurrenz zwischen Linux und Solaris. Als Antwort auf
Linux hat Sun dafür gesorgt, dass auf Solaris auch Linux-Programme ohne Modifikation
laufen. Außerdem soll der Solaris-Quellcode veröffentlicht werden.
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LINUX-Cluster
mit 520 Rechnern
In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 1998 ist es an der Universität Paderborn
gelungen, 512 Linux-Systeme zu einem Cluster zusammenzufassen. Insgesamt 520 Rechner
berechneten im Verbund Filmszenen und mathematische Algorithmen, zeitweise waren sogar 570
Maschinen miteinander verknüpft.
Der WDR Computerclub und das Linux-Magazin hatten zu diesem Großversuch aufgerufen. An
dem Cluster-Projekt haben Privatpersonen und Firmen aus ganz Deutschland teilgenommen,
darunter auch bekannte Größen der DV-Branche wie Hewlett-Packard, Peacock und Siemens.
Ziel des Versuchs war es, mit dem Linux-Cluster sowohl in das Guinness-Buch der Rekorde
als auch auf die Liste der Top-500-Supercomputer zu kommen. Ersteres ist geschafft,
letzteres muß noch vom zuständigen Gremium verifiziert werden. 48 Alpha-Rechner der
Firma QuantX haben die Performance des Rechnerverbunds mit dem Meßprogramm
Benchmark-Linpack errechnet. Diese Ergebnisse reichen für Platz 250 der Top-500-Liste
(siehe auch Rechnercluster).
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